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Akte Strittmatter zu den Akten

Der Erwin-Strittmatter-Verein hat die »Aufarbeitung der NS-Vergangenheit« des Schriftstellers für beendet erklärt. Es gebe keine weiteren Untersuchungen zur Rolle Erwin Strittmatters (1912–1994) im Zweiten Weltkrieg, sagte am Montag die stellvertretende Vorsitzende Renate Brucke nach einer Mitgliederversammlung des Vereins in Spremberg. Es lägen keine neuen Erkenntnisse vor, die ausgewertet werden müßten. 2008 hatte der Literaturkritiker Werner Liersch behauptet, Strittmatter habe seine SS-Mitgliedschaft verschwiegen. Tatsächlich war Strittmatter bei einem Polizeiregiment der Gebirgsjäger gewesen, das ab 1943 der SS unterstellt und an Verbrechen auf dem Balkan und in Griechenland beteiligt gewesen war. Eine Mitwirkung Strittmatters daran konnte aber nicht bewiesen werden. Laut Brucke wolle der Strittmatter-Biograph und Strittmatter-Verteidiger nicht mehr nach weiteren Einzelheiten aus dem Leben Strittmatters forschen – weder solchen, die seine Schuld vermehren, noch solchen, die ihn entlasten könnten. Der Erwin-Strittmatter-Verein habe sich dem angeschlossen und das Thema zu den Akten gelegt. (ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 30.06.2010, Seite 13, Feuilleton

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