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30.06.2010
- → Feuilleton
Akte Strittmatter zu den Akten
Der Erwin-Strittmatter-Verein hat die »Aufarbeitung der
NS-Vergangenheit« des Schriftstellers für beendet
erklärt. Es gebe keine weiteren Untersuchungen zur Rolle Erwin
Strittmatters (1912–1994) im Zweiten Weltkrieg, sagte am
Montag die stellvertretende Vorsitzende Renate Brucke nach einer
Mitgliederversammlung des Vereins in Spremberg. Es lägen keine
neuen Erkenntnisse vor, die ausgewertet werden müßten.
2008 hatte der Literaturkritiker Werner Liersch behauptet,
Strittmatter habe seine SS-Mitgliedschaft verschwiegen.
Tatsächlich war Strittmatter bei einem Polizeiregiment der
Gebirgsjäger gewesen, das ab 1943 der SS unterstellt und an
Verbrechen auf dem Balkan und in Griechenland beteiligt gewesen
war. Eine Mitwirkung Strittmatters daran konnte aber nicht bewiesen
werden. Laut Brucke wolle der Strittmatter-Biograph und
Strittmatter-Verteidiger nicht mehr nach weiteren Einzelheiten aus
dem Leben Strittmatters forschen – weder solchen, die seine
Schuld vermehren, noch solchen, die ihn entlasten könnten. Der
Erwin-Strittmatter-Verein habe sich dem angeschlossen und das Thema
zu den Akten gelegt. (ddp/jW)
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