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Hacks im Brecht-Haus

In der FAZ vom 12. Juni konnte man über Peter Hacks allerlei Kokolores lesen: »Die Entwicklung seines [Hacks’] Denkens erweist sich als weitgehend von den äußeren Umständen unabhängige, nach inneren Notwendigkeiten ablaufende, bei Goethe beginnende, aufwärtsführende Schraubenbewegung zu Goethe hin, bei der Brecht und der sozialistische Realismus ein Umweg sind, der am Ende auf höherer Warte zum Ursprung zurückführt. Die Hegelsche Denkweise scheint für Hacks nicht eine angelesene Philosophie gewesen zu sein, sie hat ihn wohl im Innersten ausgemacht.«

Eine »bei Goethe beginnende, aufwärtsführende Schraubenbewegung zu Goethe hin«– gibt es so etwas? Und falls ja, wie hat man es sich vorzustellen? Hat Hacks gar nicht Hegel gelesen, sondern ihn in seinem »Innersten«, was und wo immer das sei, mit sich herumgetragen?
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Hacks selbst bemerkt dazu in seiner Eröffnung des ersten Akademiegesprächs über das Thema »Zur Kritik der Hegelschen Dramentheorie« am 18.12. 1972: »So wie bei einem gültigen Drama die Hauptschönheit bereits in seiner Vorgeschichte liegen muß, so liegt die Hauptschönheit dieser Sitzung bereits in ihrer Vorgeschichte. Wir alle haben wieder einmal im Hegel gelesen.«

Nachzulesen ist das in der fünfbändigen, knapp 2300 Seiten starken »Berlinischen Dramaturgie«, herausgegeben von Thomas Keck und Jens Mehrle, die heute in Berlin vorgestellt wird. Außer Keck und Mehrle sprechen der Verleger Matthias Oehme und der Zeitzeuge und Journalist Peter Liebers. Wiglaf Droste liest Hacks-Passagen aus einigen Bänden. Beginn ist elf Uhr im Brecht-Haus in der Chausseestraße. (jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 17.06.2010, Seite 12, Feuilleton

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