Zum Inhalt der Seite

Markenschutz

Martin Sonneborn, Vorsitzender von Die Partei, hat es sich mit dem Programmdirektor des ZDF verscherzt. Ein Pharmalobbyist, den Sonneborn interviewt hatte, plauderte in der letzten »heute-show« des Senders aus, was er »lieber nicht sagen« wollte, weil es den Interessen seines Verbands zuwiderlaufe. Nach der Ausstrahlung fühlte sich dieser Peter Schmidt hintergangen. »Das war eine echte Schweinerei«, schimpfte der Pro-Generika-Funktionär, räumte allerdings eine »Mitschuld« ein, »weil wir nicht mißtrauisch genug waren«. Sonneborn hatte den Lobbyisten »um ein Interview für das ZDF« gebeten, und versichert, man wolle es »nach Möglichkeit in einer der ›heute‹-Sendungen, bevorzugt im ›heute-journal‹ plazieren«. Nach Angaben von Spiegel online hat ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut den »heute-show«-Autoren nun strikt untersagt, auf irgendeine Weise mit den Marken »heute« und »heute-journal« zu operieren. Sonneborn: »Wir werden uns daran halten, obwohl es ja stimmt: Wir hätten unseren Beitrag tatsächlich am liebsten im ›heute-journal‹ gesehen.« (jW)
→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen in der Ausgabe vom 22.05.2010, Seite 13, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!