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Zugenagelt

Der Künstler Günther Uecker hat der Neuen Osnabrücker Zeitung (Samstagausgabe) ein Interview zu seinem 80. Geburtstag am Samstag gegeben. Darin erklärt er seine Vorliebe für Objekte mit Nägeln: »Als die Sowjetarmee am Ende des Zweiten Weltkrieges kam, habe ich unser Haus zugenagelt, aus Angst vor dem, was mit meinen Schwestern und meiner Mutter geschehen könnte.« Zu seinen Markenzeichen seien die Nagelobjekte geworden, weil »die Betrachter ein Wiedererkennungsmoment in der Flut der optischen Eindrücke (brauchen), der Menschen heute ausgesetzt sind«. Ihre Wertsteigerungen auf dem Kunstmarkt nimmt er »schmerzhaft wahr«. «Man kann ja nicht sagen, daß der Künstler ein Werk herstellt in dem Bestreben, daß es am Ende einen Geldwert hat.« Uecker studierte von 1949 bis 1953 Malerei in Wismar und an der Kunstakademie Berlin-Weißensee. 1955 ging er nach Düsseldorf, wo er die ersten Nagelreliefs fertigte. Ab 1962 versah er auch Möbel, Fernseher und ähnliches mit Nägeln. (ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 13.03.2010, Seite 12, Feuilleton

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