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Viel mehr Opfer von Sexualmißbrauch

Berlin. Im Fall des Mißbrauchs in katholischen Bildungseinrichtungen muß von weit höheren Zahlen von Opfern und Tätern ausgegangen werden als bisher bekannt. Darauf machte die Vorsitzende des 2004 gegründeten Vereins ehemaliger Heimkinder, Monika Tschapek-Güntner, in der Berliner Zeitung (Dienstagausgabe) aufmerksam. Rund 70 Prozent der 450 Vereinsmitglieder hätten sexuellen Mißbrauch in einem Erziehungsheim erlitten, sagte sie. Rund 80 Prozent seien in katholischen Heimen gewesen. Demnach handelt es sich um mindestens 250 mutmaßliche Opfer katholischer Erzieher, die bisher nirgends erwähnt werden. Hinzu kämen zahlreiche frühere Heimkinder, die Hilfsangebote in Anspruch nähmen, dem Verein aber nicht beigetreten seien. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) fordert mehr Rechte für die Opfer, unter anderem längere Verjährungsfristen. (ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 03.03.2010, Seite 5, Inland

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