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Homophobie abgesagt

Schwule und Lesben haben am Donnerstag ein Berliner Konzert des jamaikanischen Reggae-Sängers Sizzla verhindert. Der Musiker durfte weder im Prenzlauer Berg noch in Neukölln auftreten. Der ursprüngliche Veranstalter begründete seine Absage am Nachmittag damit, daß Sizzla sich nicht vertraglich zum Engagement gegen Homophobie verpflichten ließ. Der Betreiber des Ausweichveranstaltungsorts lud den Musiker ohne Begründung aus. Homosexuelle hatten gegen das Konzert demonstrieren wollen. Zwei Sizzla-CDs wurden von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien 2009 indiziert. Auf beiden wird nach Angaben dieser Behörde zur Tötung von Schwulen aufgerufen.

(ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 28.11.2009, Seite 13, Feuilleton

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