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Zwang eingeräumt

Der Bund übereignet ein während der Nazizeit zwangsverkauftes Gemälde von Hans Makart (1840–1884) der Erbin der ehemaligen jüdischen Besitzerin. Wie das Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen am Mittwoch in Berlin mitteilte, befand sich das Bild »Siesta am Hofe der Mediceer« seit 1966 als Leihgabe des Bundes in der Ausstellung des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte Münster. Laut Bundesamt sah sich die verfolgte Eigentümerin 1940 gezwungen, das Gemälde zu verkaufen, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Der Erlös habe der Verkäuferin nicht zur freien Verfügung gestanden.(ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 26.11.2009, Seite 12, Feuilleton

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