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Dunkle Mächte in Frankfurt/M.

Die Absage einer Lesung mit Herta Müller hat für Wirbel gesorgt. Wie die Frankfurter Rundschau (Donnerstagausgabe) berichtete, verschickte die Literaturnobelpreisträgerin eine E-Mail an verschiedene Medien, in der es hieß, das Literaturhaus Frankfurt habe die geplante Lesung mit ihr abgesagt. »Ich möchte nicht, daß der Eindruck entsteht, ich hätte die Lesung abgesagt«, soll Müller geschrieben haben. Das Literaturhaus reagierte verwundert. Die Lesung sei in Absprache mit Müllers Verlag Hanser abgesagt worden, weil ein zu großer Ansturm auf die Tickets befürchtet worden sei, sagte die Leiterin der Einrichtung, Maria Gazzetti, der FR. »Da wir innerhalb von eineinhalb Tagen keinen neuen angemessenen Ort organisieren konnten, haben wir gemeinsam mit dem Verlag beschlossen, daß es besser ist, die Lesung abzusagen.« Hanser bestätigte, daß die »Begeisterung und das Interesse an der Person Herta Müller derzeit Lesungen im üblichen Rahmen nicht mehr durchführbar machen«. (ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 20.11.2009, Seite 12, Feuilleton

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