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Künstlerprotest

Am Donnerstag demonstrierten in Berlin Ballettänzer, Orchestermusiker und Opernsänger vor dem Roten Rathaus für einen neuen Tarifvertrag. Gerald Mertens, Geschäftsführer der Deutschen Orchestervereinigung erklärte etwas pathetisch auf der Kundgebung: »Gestern vor 20 Jahren haben Hunderttausende DDR-Bürger die Regierenden zum Dialog aufgefordert, angeführt von den Beschäftigten der Ostberliner Bühnen. Heute stehen wieder Künstler vor einem Regierungsgebäude und fordern den Dialog mit dem Regierenden. Die Zeiten haben sich gewandelt, aber die Arroganz der Macht hat sich nicht geändert. Wir sind keine Arbeitnehmer zweiter Klasse.« Bekanntlich hat das Land Berlin die Tarifvereinbarungen gekündigt. Die Demonstranten vor 20 Jahren haben übrigens keine Existenzängste gehabt.

(ssch)
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Erschienen in der Ausgabe vom 07.11.2009, Seite 13, Feuilleton

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