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Fußball-Randspalte

Politik oder Prinzip

Rostock. Hansa Rostock hat am Montag abend das Zweitligaderby gegen den FC St. Pauli 0:2 verloren. Es gab englischsprachige Transparente im Gästeblock der Hamburger: »Follow your leader – do it like Rieger«. Ein besonders langes Transparent der Gastgeber war in eher gröberem Deutsch verfaßt, aber auch sehr gut: »Scheiß auf Politik – Wir hassen euch aus Prinzip«. Nach einem sehenswerten Freistoßtor zum 1:0 durch Matthias Lehmann (77.) wurde Feuerwerk gezündet, woraufhin Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer (Herne) das Spiel für einige Minuten unterbrach. In der 84. Minute traf U-21-Nationalspieler Deniz Naki zum 2:0-Entstand, deutete in Richtung der Rostocker Fans das Abschneiden des Halses an. Kurz darauf rammte er eine St. Pauli-Flagge in den Rasen als wäre er der erste Mensch auf dem Mond. »Wenn ich so einen Schnösel sehe, der kaum vier Spiele gemacht hat und dann so ein Verhalten an den Tag legt, dann …« – Hansa-Trainer Andreas Zachhuber beendete den Satz lieber nicht. (sid/jW)

Peter, der Polizist

Duisburg. Beim Zweitligisten MSV Duisburg hat sich vier Tage nach der Entlassung des Trainers Peter Neururer der Nachfolger vorgestellt. »Einer muß das Sagen haben. Und das bin ich«, sagte der 51jährige Kroate Milan Sasic. Der Aufsichtsratvorsitzende und »starke Mann« Walter Hellmich zeigte sich mit der Verpflichtung zufrieden: »Er ist nach Norbert Meier und Rudi Bommer unser dritter Wunschtrainer.« Damit sparte Hellmich den Sasic-Vorgänger aus. Dieser Peter Neururer war am Dienstag aber ein größeres Thema in der Tageszeitung Luxemburger Wort. Er wurde im Mai von der luxemburgischen Polizei angehalten, mit 153 statt der erlaubten 90 Stundenkilometer. Auf dem Beifahrersitz lagen eine geladene Schreckschußpistole und ein Blaulicht. (sid/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 04.11.2009, Seite 16, Sport

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