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Karadzic bleibt Prozeß in Den Haag weiter fern

Den Haag. Radovan Karadzic ist auch an seinem zweiten Prozeßtag nicht vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag erschienen. Gleichwohl begann die Anklage am Dienstag mit der Darlegung ihrer Vorwürfe gegen den früheren bosnisch-serbischen Präsidenten. Der Vorsitzende Richter O-Gon Kwon äußerte sein Bedauern über den Verlauf der Verhandlung und erklärte, das Gericht werde die Einsetzung eines Pflichtverteidigers prüfen, falls Karadzic das Verfahren weiter boykottiere. Ankläger Alan Tieger bezeichnete Karadzic als uneingeschränkten Führer der bosnischen Serben. Deshalb trage er »die Verantwortung für die Greueltaten dieser Volksgruppe während des Bosnien-Kriegs« von 1992 bis 1996. Der 64jährige muß sich in elf Anklagepunkten wegen Völkermordes, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten.

(AP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 28.10.2009, Seite 2, Ausland

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