Zum Inhalt der Seite

200 Polizisten schützen Mordprozeß

Dresden. Der Prozeß gegen den mutmaßlichen Mörder der Ägypterin Marwa El-Sherbini am Dresdner Landgericht findet unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt. Das Gebäude werde abgesperrt, und alle anderen Verfahren würden in andere Gebäude verlegt, sagte ein Gerichtssprecher am Montag in Dresden. Das Landeskriminalamt Sachsen gehe von einer »recht hohen Gefährdung« für die Prozeßbeteiligten aus. Mit Beginn der Hauptverhandlung werden täglich rund 200 Beamte im Einsatz ein.

Der angeklagte Alex W. muß sich wegen Mordes an der Ägypterin und versuchten Mordes an ihrem 32jährigen Ehemann verantworten. Die schwangere Frau war kurz nach der Tat am 1. Juli noch im Gericht gestorben, ihr Ehemann wurde lebensgefährlich verletzt. W. soll aus »Haß auf Nichteuropäer und Moslems« gehandelt haben. Er war 2003 aus Rußland nach Deutschland gekommen. Die Tat im Dresdner Gericht hatte in Ägypten für großes Aufsehen gesorgt. Für den Prozeß sind bis zum 11. November elf Verhandlungstage angesetzt. (ddp/jW)
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 20.10.2009, Seite 4, Inland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!