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08.10.2009
- → Natur & Wissenschaft
Das große Flattern
Ryohei Kanzaki leitet an der Universität Tokio ein Team, das
Insektenhirne erforscht. Im zwei Millimeter großen Gehirn
eines Seidenspinners gibt es ungefähr 100 000 Neuronen. Diese
kontrollieren Bewegungsabläufe wie das Fangen eines anderen
Insekts im Flug. In ihnen stecke »ein ausgezeichnetes
Software-Paket«, sagt Kanzaki, das in Jahrmillionen optimiert
worden sei. Ein Männchen kann ein Weibchen aufgrund seines
Duftes und seiner Botenstoffe auf eine Entfernung von über
einem Kilometer lokalisieren. Kanzaki gelang es, das Gehirn eines
Männchens so zu verändern, daß es statt auf den
Geruch eines anderen Falters auf Licht reagiert. Dies sei der erste
Schritt auf dem Weg, eines Tages Insekten nach Drogen oder
Landminen suchen zu lassen, sagt er.
In einem anderen Experiment hat sein Team ein Männchen vor ein Spielzeugauto gespannt. Mit weiblichen Duftstoffen motivierten sie den Falter, nach rechts oder links zu lenken. Wenn die Steuerung so manipuliert wurde, als hätte das Wägelchen einen platten Reifen, paßte das Insekt die Fahrweise an. Bei einem weiteren Versuch wurde lediglich sein abgetrennter Kopf mit dem Vehikel verbunden. Die Fühler reagierten auf Duftstoffe, Nervenzellen gaben das Signal zur Bewegung, das dann an das Fahrzeug weitergeleitet wurde. »Unser Gehirn verwandelt das Auto in eine Erweiterung unseres Körpers«, sagt Kanzaki. »Ich denke, Insekten haben ebenfalls das Potential dazu.« (AFP/jW)
In einem anderen Experiment hat sein Team ein Männchen vor ein Spielzeugauto gespannt. Mit weiblichen Duftstoffen motivierten sie den Falter, nach rechts oder links zu lenken. Wenn die Steuerung so manipuliert wurde, als hätte das Wägelchen einen platten Reifen, paßte das Insekt die Fahrweise an. Bei einem weiteren Versuch wurde lediglich sein abgetrennter Kopf mit dem Vehikel verbunden. Die Fühler reagierten auf Duftstoffe, Nervenzellen gaben das Signal zur Bewegung, das dann an das Fahrzeug weitergeleitet wurde. »Unser Gehirn verwandelt das Auto in eine Erweiterung unseres Körpers«, sagt Kanzaki. »Ich denke, Insekten haben ebenfalls das Potential dazu.« (AFP/jW)
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