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Biologie

Vor Stress schützendes Bakterium

Ulm. Stress ist nicht nur ein Gefühl, sondern beeinflusst den ganzen Körper. Das gilt jedoch ebenso umgekehrt: Der Körper reguliert Stress. Auf ein bemerkenswertes Beispiel sind nun Frankfurter und Ulmer Forscher gestoßen. In ihrer im Mai in Molecular Psychiatry veröffentlichten Studie zeigen sie, dass ein Umweltbakterium, das Mäusen verabreicht wurde, sogar die Stressresilienz der Nachkommen erhöht – selbst wenn diese keinen Kontakt mit diesem Bakterium hatten. Dabei handelt es sich um das nicht krankmachende Bakterium Mycobacterium vaccae ATCC 15483. Es zeigte sich, »dass die Nachkommen der behandelten Muttertiere im Erwachsenenalter besser vor typischen Folgen von Stress geschützt waren als die Nachkommen unbehandelter Tiere«, so die Doktorandin Jessica Schiele, Erstautorin der Studie, in einer Pressemitteilung der Universität Ulm vom 2. Juli. Offenbar veränderte sich bei den behandelten Mäusen die Zusammensetzung der Darmbakterien, die Darmgesundheit und Immunregulation verbesserten sich. Die Ergebnisse lassen sich zwar noch nicht auf den Menschen übertragen, doch liefert die Studie wichtige Hinweise über den Zusammenhang von Stressresilienz, Immunsystem und mikrobiellen Umwelteinflüssen. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 14.07.2026, Seite 15, Natur & Wissenschaft

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