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Grillfest im Pott

Am heutigen Samstag wird der Ruhrpottdichter Jürgen Schimanek 70. Der gebürtige Münsteraner wird in Gelsenkirchen ein Grillfest ausrichten. »Ich muß mir noch ein paar Extrateller in der Nachbarschaft leihen«, sagt er. Schimanek war Journalist, Schriftsteller, Maler etc. Von 1969 bis 1978 lebte er in Uganda. »Idi Amin war im persönlichen Gespräch sehr angenehm«, erinnert er sich, »ein freundlicher Schlächter«. Schimanek war auch im Auftrag der Bundesregierung mit Amin befaßt. Die damalige Freundin des Künstlers arbeitete bei der deutschen Botschaft. 1979 veröffentlichte Schimanek den Roman »Negerweiß« über die Folgen westlicher Entwicklungshilfe in Uganda. Jahrelang war er in Afrika als TV-Journalist für die BBC tätig. Danach lebte er in Kalkutta. Vor 20 Jahren kehrte er nach Deutschland zurück, lebt seitdem in Gelsenkirchen: »Ich mag die Handshake-Höflichkeit im Ruhrgebiet«, sagt er. An das europäische Kulturhauptstadtjahr 2010 hat er keine allzu großen Erwartungen. Was bisher an Programm bekannt sei, findet er »provinziell. Da werden dann Feuerschlucker aus Los Angeles eingeladen, die hier kein Ferkel kennt.«

(ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 08.08.2009, Seite 12, Feuilleton

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