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Der freie Mann Ronnie Biggs

Der britische Posträuber Ronnie Biggs wird im Alter von 79 Jahren aus der Haft entlassen. Das teilte Justizminister Jack Straw am Donnerstag abend mit. Vor fünf Wochen hatte Straw eine Begnadigung noch mit dem Hinweis abgelehnt, daß Biggs nichts bereue. Der Gesundheitszustand des Mannes, der am »Great Train Robbery« beteiligt war, bei dem der Postzug nach Glasgow 1963 um 2,6 Millionen Pfund erleichtert wurde, hat sich in den letzten Tagen dramatisch verschlechtert. Biggs laboriert an einer schweren Lungenentzündung, kann nach mehreren Schlaganfällen weder sprechen noch essen. Seit Wochen ist er ans Bett gefesselt. Mit Hilfe einer Schreibtafel teilte er seinem Sohn Michael Biggs mit, er sei »überglücklich« über den Sinneswandel der Labour-Regierung. »Er wird in Würde sterben können«, erklärte der Sohn euphorisch, »als freier Mann«. Am Freitag zogen die am Bett von Biggs postierten Gefängniswärter ab. Ob Biggs die Klinik jemals verlassen wird, ist offen. Am heutigen Samstag hat er 80. Geburtstag. Nach dem »Great Train Robbery«, der 15 Männern eine Beute einbrachte, die heute fast 50 Millionen Euro entspräche – sie wurde nie gefunden –, verurteilte man Biggs zu 30 Jahren Haft. Er floh aus dem Gefängnis und tauchte 36 Jahre lang im Ausland unter. Im Mai 2001 kehrte er als Legende, die unter anderem mit den Sex Pistols den Song »No one is innocent« aufgenommen hatte, schwerkrank zurück. (AP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 08.08.2009, Seite 12, Feuilleton

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