-
14.05.2009
- → Feuilleton
Folter im 21.Jahrhundert
»Wir haben die Handschuhe ausgezogen« – so beschrieb die CIA ihr Programm seit dem 11. September 2001. Das hieß geheime Folterknäste, aber auch offizielle wie Guantánamo, »Waterboarding« und Schlafentzug für eine Woche – Hauptsache, der Präsident hat es »autorisiert«. Gefoltert wird aber in sehr vielen Staaten und auch für Deutschland konstatiert Bahar eine »Aufweichung des nach 1945 etablierten Foltertabus im herrschenden Diskurs«, zum Beispiel im Fall des entführten Jakob von Metzler 2002, als ein Krimialkomissar dem mutmaßlichen Entführer Folter androhte und dafür bundesweit Beifall bekam. In seinem Buch befaßt sich Bahar mit der Geschichte der Folter, den rechtlichen Reglementierungen und deren forschreitende Unterminierung durch militaristische Sachzwänge und neoimperiale Herrschaftsformen, maßgeblich vorangetrieben durch die USA. Für Bahar »eine Art Indikator für den generellen Zerfall der Demokratie im globalisierten Kapitalismus«. (jW)
Heute, 19 Uhr, Lesung mit Alexander Bahar, Moderation: Arnold Schölzel in der jW-Ladengalerie, Torstr. 6, Berlin
Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!