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Kleiner Atlas des ­Testosteron

Nach dem Ergebnis einer Studie der Uni Lausanne ist der aktuelle Dopingtest zum Nachweis von Testosteron nicht geeignet. Er berücksichtige die genetischen Unterschiede zwischen Sportlern verschiedener ethnischer Herkunft zu wenig. Die Festlegung auf einen weltweit einheitlichen Grenzwert sei unhaltbar. Das männliche Sexualhormon wird von Sportlern als Dopingmittel benutzt. Da die künstliche Aufnahme nicht den Wert von Epitestosteron im Blut verändert, wird das Verhältnis der beiden Hormone zueinander als Hinweis auf Doping verwendet. Grenzwert ist das Verhältnis 4:1. Die Forscher untersuchten Werte von Profifußballern aus Argentinien, Italien, Japan, Südafrika, Schweiz sowie Uganda. Das natürliche Testosteron/Epitestosteron-Verhältnis war bei den Argentiniern am höchsten, bei den Japanern am niedrigsten. Die Ärzte errechneten auf dieser Basis einen Grenzwert für Südamerikaner (5,8:1), einen für Europäer (5,7), einen für Afrikaner (5,6) und einen für Asiaten (3,8). Sie empfehlen die komplette Abschaffung des Grenzwertes. Statt dessen solle der Testosteronwert mit in einem biologischen Paß der Athleten erfaßt werden, in dem die individuellen Profile des Sportlers langfristig aufgezeichnet werden. Eine Abweichung vom »Normalwert« würde dann auf Doping hindeuten.(sid/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 19.03.2009, Seite 15, Natur & Wissenschaft

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