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Entscheidungen, Mäuse, KI-Modelle

Champaign. Forscher der University of Illinois Urbana-Champaign haben Gehirnprozesse mit Hinblick auf die Frage, wie Entscheidungen getroffen werden, näher untersucht und dabei Annahmen der Neurowissenschaften in Frage gestellt. Das Team um Yurii Vlasov demonstrierte vermittels Experimenten, dass Entscheidungsprozesse nicht erst in Hirnarealen beginnen, die für komplexe Verarbeitung zuständig sind. Bereits im primären somatosensorischen Kortex – einer basalen Region, die früh in der Säugetierevolution entstanden ist –, laufen demnach Prozesse ab, die zur Entscheidungsfindung beitragen. Die Forscher führten Experimente an Mäusen durch. Die Hirnaktivitäten der Tiere wurden mit Elektrodensonden gemessen, während sie in völliger Dunkelheit durch einen angelegten Gang liefen. Der Aufbau sollte naturähnliche Bedingungen simulieren, die Mäuse waren bei der Entscheidungsfindung allein auf ihre Schnurrhaare beschränkt. Ein Ziel des Experiments sei die Verbesserung von KI-Modellen gewesen. »Wenn wir die neuronale Dynamik besser begreifen, lässt sich vielleicht auch ihre Rolle bei Entscheidungen besser begreifen«, schreibt Vlasov. Die Forscher hoffen damit unbekannte Mechanismen aufzudecken, die in neue KI-Modelle integrierbar sind. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 12.05.2026, Seite 15, Natur & Wissenschaft

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