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Klima und Krise

Die deutschen Klimagas-Emissionen werden 2009 voraussichtlich um 1,5 Prozent zurückgehen, wie die Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Claudia Kemfert, am Mittwoch in Berlin erklärte. Dies ergebe sich aus der Prognose, daß die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr um drei Prozent schrumpfe. Mittelfristig bringe der Rückgang die Bemühungen um Klimaschutz aber in Schwierigkeiten. So sei der Preis für Verschmutzungszertifikate im europäischen Emissionshandel wegen sinkender Nachfrage bereits von etwa 20 auf neun Euro zurückgegangen. Je niedriger der Zertifikatepreis, desto kleiner der Anreiz, in die Vermeidung von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen zu investieren. Seit 2005 werden Fabriken und Kraftwerken in der EU Zertifikate für eine bestimmte Menge Treibhausgase zugeteilt. Blasen sie mehr Schmutz in die Luft, müssen sie Zertifikate zukaufen. In der ersten Handelsperiode von 2005 bis 2007 hatten Industrievertreter eine so üppige Zuteilung von Zertifikaten erreicht, daß zu viele auf dem Markt waren und der Handel praktisch zum Erliegen kam. Nach Kemferts Berechnungen gingen die Emissionen aufgrund des Zertifikatehandels in den Jahren 2006 und 2007 nur um jeweils 4,4 Millionen Tonnen zurück. Die BRD stößt derzeit rund 860 Millionen Tonnen Kohlendioxid aus. Ein Tempolimit 120 auf Autobahnen würde laut Umweltbundesamt eine Verringerung um 2,2 Millionen Tonnen pro Jahr bringen. (AP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 12.03.2009, Seite 15, Natur & Wissenschaft

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