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»Vertriebener« ­attackiert Schwan

Berlin. Der Vorsitzende der »Gruppe der Vertriebenen, Flüchtlinge und Aussiedler der CDU/CSU-Bundestagsfrak­tion«, Jochen-Konrad Fromme, hat die SPD-Kandidatin für das Amt des Bundespräsidentin, Gesine Schwan, als Interessenvertreterin Polens angegriffen. Schwan hatte sich gegen die Berufung der Vorsitzenden des »Bundes der Vertriebenen«, der CDU-Abgeordneten Erika Steinbach, in den Stiftungsrat der »Stiftung Flucht, Verteibung, Versöhnung« ausgesprochen. »Einer Bundesbeauftragten, noch dazu einer Koordinatorin für die deutsch-polnische Zusammenarbeit, steht eine solche Empfehlung absolut nicht zu«, schreibt der 1949 im Landkreis Wolfenbüttel geborene Fromme in einer am Dienstag verbreiteten Erklärung. »Jetzt wird klar, warum polnische Publizisten Frau Schwan als ›Glücksfall‹ für die deutsch-polnischen Beziehungen bezeichnen; denn sie vertritt offenbar die Interessen von Warschau.« Es sei »nicht zu sehen, daß Frau Schwan in das höchste Amt der Bundesrepublik kommt«, fügte der CDU-Mann hinzu.

(jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 19.02.2009, Seite 4, Inland

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