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Discounter: Hauptsache billig

Nicht nur die Verkäuferinnen – 70 Prozent der Beschäftigten sind weiblich – in den deutschen und europäischen Filialen der großen Discounterketten sind die Leidtragenden der von diesen Konzernen verfolgten Hauptsache-billig-Strategie. Diese geht auch und vor allem auf Kosten der Beschäftigten der Zulieferunternehmen in der »Dritten Welt«. Dokumentiert wird dies in einer Broschüre der »Kampagne für saubere Kleidung«, in der sich Gewerkschaften, Kirchengruppen und entwicklungspolitische Initiativen zusammengeschlossen haben. Die Studie zeigt, welche Folgen die Einkaufspraktiken von Lidl und KiK auf die Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie Bangladeschs haben.

Die Arbeit macht deutlich, daß die extreme Ausbeutung von Arbeitskräften bei den Zulieferern und die miese Behandlung von Beschäftigten hierzulande zwei konstitutive Elemente derselben Konzernstrategie sind. »Das Motto lautet: Billiger, schneller, flexibler, das Risiko sollen die Lieferanten tragen«, so das Fazit der Autoren. Über die Arbeitsbedingungen bei den Zulieferern in Bangladesch heißt es: »Die Näherinnen arbeiten ohne Arbeitsverträge zu Niedrigstlöhnen, Überstunden werden nicht oder nicht korrekt bezahlt, das Recht, sich zu organisieren, wird ihnen verwehrt. Frauen werden diskriminiert – sie werden von Vorarbeitern schlecht behandelt. Sie werden schlechter bezahlt als die Männer.« Die Tatsache, daß die Löhne lediglich einen Anteil von unter einem Prozent des Endverkaufspreises ausmachen, hält die Konzerne demnach nicht davon ab, die Herstellungskosten so weit wie irgend möglich zu drücken.
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(dab)

* Kampagne für saubere Kleidung: Wer bezahlt unsere Kleidung bei Lidl und KiK? Eine Studie über die Einkaufspraktiken der Discounter Lidl und KiK und ihre Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen bei den Lieferanten in Bangladesch, Berlin 2008. Bestellung bei INKOTA-netzwerk: 030/4289111, inkota@inkota.de. Oder zum Download unter: saubere-kleidung.de


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Erschienen in der Ausgabe vom 20.10.2008, Seite 3, Schwerpunkt

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