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Zeichnungen retten

Zunehmender Bergbau zerstört im Nordwesten Australiens das kulturhistorsiche Erbe der Aborigines. Nirgendwo sonst auf der Welt gibt es eine solche Konzentration jahrtausendalter Felsenzeichnungen. Auf rund 88 Quadratkilometern verteilen sich die Felsblöcke, auf denen Känguruhs, Eidechsen und Strauße zu sehen sind, und auch Tasmanische Tiger, die vor etwa 6000 Jahren auf dem Festland ausgestorben sind. Die Wissenschaft schätzt das Alter der Malereien auf bis zu 30000 Jahre. Die Zeichnungen wurden in den 60er Jahren entdeckt, ungefähr zur gleichen Zeit, als der Bergbau in der Gegend Einzug hielt. Die Region ist reich an Eisenerz, Erdgas, Mangan– alles Stoffe, die die boomende Wirtschaft im benachbarten Asien dringend benötigt. Neue Minen und Fabriken sind geplant, Wissenschaftler schlagen Alarm: »Wir haben Unmengen Land, wir haben ellenlange Küstenstreifen, die völlig menschenleer sind, und was tun wir? Wir bauen den größten Industriekomplex des Landes auf dem gleichen Fleck Erde, auf dem sich das größte Kulturerbe des Landes befindet«, erklärte der Philosoph Robert Bednarik.

(AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 18.09.2008, Seite 15, Natur & Wissenschaft

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