Erster Pestausbruch vor 5.500 Jahren
Kopenhagen. Bereits vor etwa 5.500 Jahren wurden Gruppen von Jägern und Sammlern, die in der Region um den Baikalsee in Sibirien lebten, Opfer der Pest. Dieser Ausbruch der Seuche ist damit der erste in der Menschheitsgeschichte, der nachgewiesen werden konnte, wie Reuters am 17. Juni berichtete. Einem Forscherteam zufolge wies alte DNA, die aus Leichen gewonnen wurde, die an vier Grabstätten in der Region bestattet waren, die ältesten bislang bekannten Stämme von Yersinia pestis, dem Pestbakterium, auf. Die Wissenschaftler wiesen darauf hin, dass die Entdeckung die bisher bestehenden Theorien untermauert, dass Murmeltiere die ursprüngliche Wirtsart des Bakteriums waren und die Pest in Zentral- oder Nordostasien entstand, bevor sie sich schrittweise über ganz Asien und nach Europa ausbreitete. »Die Ergebnisse verändern grundlegend unsere Sichtweise auf die Ursprünge und die frühen Auswirkungen eines der folgenreichsten Krankheitserreger der Menschheit«, sagte der Evolutionsgenetiker Eske Willerslev von der Universität Kopenhagen und der Universität Cambridge, leitender Autor der Studie, die am 17. Juni in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht wurde. (Reuters/jW)
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