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Mineralwasser in der Krise

Erschreckende Ergebnisse beim Mineralwasser-Test des Magazins GourmetReise: Die Etiketten auf den Flaschen halten oft nicht, was sie versprechen, die gemessenen Werte von Mineralien und Spurenelementen schwanken im Vergleich zu den Angaben auf den Etiketten durchschnittlich um über 50 Prozent. Außerdem dürften einige der getesteten Produkte laut Lebensmittelgesetz gar nicht vertrieben werden, deckt das Magazin in seiner aktuellen Ausgabe auf. Nur zwei der 18 im Labor untersuchten Mineralwässer (darunter Luxus-, Discounter- und Normalprodukte aus Deutschland und Österreich) übertreffen die angegebenen Kalzium- und Magnesiumwerte. Die übrigen Produkte unterschreiten ihre Etikettenangaben um bis zu 50 Prozent. Besonders negativ fielen das »Natürliche Mineralwasser aus der Schönborn-Quelle« und »Astoria prickelnd« auf. Ersteres sollte laut Warenkennzeichnung einen Magnesiumgehalt von 21,7 Milligramm pro Liter aufweisen. Laut Test waren es nur wenig über acht Milligramm. Auch das »Astoria«-Produkt erreichte mit 133 Milligramm Kalzium nicht einmal zwei Drittel der angegebenen 209 Milligramm.

Ein besonders teures Produkt fiel beim Test gänzlich durch. Das mit bis zu 95 Euro pro Flasche sehr kostspielige »Bling« dürfte in Deutschland gar nicht im Handel sein: Das Unternehmen wirbt damit, daß das Wasser mehrfach gefiltert wurde. Natürliches Quellwasser müßte laut Lebensmittelgesetz allerdings unbehandelt sein. Verboten sein müßte auch das tasmanische »Cape Grim«-Regenwasser. In Deutschland gilt laut Gesetz Regenwasser nämlich nicht als Trinkwasser. (ots/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 02.09.2008, Seite 12, Feuilleton

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