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24.04.2008
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Musealisierung Werkbund
Wo Bevölkerungszahlen in Größenordnungen wegbrechen«, sagt der Architekt Bernd Sikora, »geraten das klassische Haus und das klassische Familienmodell ins Wanken«. Sikora muß es wissen. Er ist Leipziger. Außerdem ist er Vorsitzender des Werkbundes, eines 1907 gegründeten Zusammenschlusses von Künstlern, Gestaltern, Architekten und Unternehmern, die Industriedesign und Architektur Anfang des 20.Jahrhunderts prägten. Heute hat der Werkbund keine Antworten für den Stadtumbau Ost parat. Er muß sich gegen die Musealisierung wehren. Zum 100. Gründungsjubiläum wurde in der Münchner Pinakothek der Moderne gewürdigt. Gleichzeitig scheiterte der Bau einer neuen Werkbundsiedlung am Müncher Stadtrat. In Sachsen-Anhalt gibt es nicht mal einen Landesverband. Der Hallesche Kunstverein Talstraße zeigt ab heute eine Ausstellung zur Geschichte des Bundes. Exemplarisch sind drei Wohnungsbauprojekte dargestellt: die Siedlungen Dresden-Hellerau (1909), Stuttgart-Weißenheim (1927) sowie das bereits erwähnte Projekt München Wiesenfeld, dessen Finanzierung 2007 scheiterte. Sikora: »Heute sind die Werkbündler verdiente Veteranen der Kultur- und Architekturgeschichte.« (ddp/jW)
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