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Fahne weg

Die Stadt München muß Schadenersatz für ein seit 1991 verschwundenes Kunstwerk zahlen. Das Landgericht München I gab am Freitag der Klage des Künstlers Hans Haacke statt. Er hatte während des zweiten Golfkriegs in der städtischen Galerie im Lenbachhaus das aus verschiedenen Fahnen bestehende Kunstwerk »Die Fahne hoch« ausgestellt. Es thematisierte den Umstand, daß deutsche Firmen im Irak Geschäfte machten. Aufgrund juristischer Streitigkeiten mit der Firma Ruhrgas entfernte die Stadt das Werk vorzeitig, gab es jedoch nicht an den Künstler zurück. Als er 2006 seinen 70. Geburtstag feierte, erinnerte sich Haacke wieder an sein Werk und forderte es zurück. Doch bei der Stadt war es nicht mehr auffindbar. Deshalb klagte Haacke auf Schadenersatz. Das Gericht gab ihm recht und verurteilte die Stadt München, an ihn 11 500 Euro zu zahlen, da keine ordnungsgemäße Lagerhaltung des Kunstwerks erfolgt sei. (ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 05.04.2008, Seite 13, Feuilleton

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