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26.03.2008
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US-Wahlkampf: Hillary Clinton unter Beschuß
Die Präsidentschaftsbewerberin der US-Demokraten, Hillary Clinton, ist wegen der Dramatisierung eines Bosnien-Besuchs in den 90er Jahren in die Kritik geraten. Ein Sprecher erklärte am Montag in Washington, Clinton habe sich bei ihren Aussagen über einen Aufenthalt in der Stadt Tuzla im Jahr 1996 »versprochen«. Die Senatorin von New York hatte in der vergangenen Woche behauptet, Heckenschützen hätten sie bei ihrer Ankunft angegriffen. Clintons Sprecher Howard Wolfson stellte nun klar, daß sich die damalige First Lady in Tuzla nicht in Gefahr befunden habe. Allerdings sei Clinton in einem »potenziellen Kampfgebiet« gewesen. Der Bürgerkrieg in Bosnien-Herzegowina war jedoch bereits 1995 durch das Abkommen von Dayton beendet worden.
»Ich erinnere mich, unter dem Feuer von Heckenschützen gelandet zu sein«, hatte Clinton (Foto) die Ereignisse beschrieben. »Da sollte eine Art Begrüßungszeremonie am Flughafen stattfinden, aber wir sind nur mit eingezogenen Köpfen zu den Autos gerannt, um zum Stützpunkt zu fahren.« US-Fernsehsender strahlten daraufhin Bilder der Ankunft in Tuzla aus, auf denen zu sehen war, wie Clintons Delegation freundlich auf dem Rollfeld empfangen wurde und ein achtjähriges Mädchen ein Gedicht vortrug.
Das Lager von Barack Obama, Clintons Rivale im Kampf um die demokratische Präsidentschaftskandidatur, warf der früheren First Lady vor, ihre außenpolitische Erfahrung bewußt aufzubauschen. Obama-Sprecher Tommy Vietor sagte, von einem »Versprecher« Clintons könne kein Rede sein. Es habe sich um einen vorbereiteten Text, nicht um eine spontane Äußerung gehandelt.
Clinton-Berater James Carville bezeichnete derweil den Gouverneur von New Mexico, Bill Richardson, wegen dessen Unterstützung für Obama als Judas und lehnte es anschließend ab, sich dafür zu entschuldigen. Carville wies im Interview der New York Times darauf hin, daß Richardson einst als Energieminister dem Kabinett von Expräsident William Clinton angehört habe. Er sprach von einer besonderen Ironie, daß der Gouverneur seine Unterstützung für Obama ausgerechnet in der Karwoche bekanntgegeben habe. Genau so habe Judas Jesus damals für 30 Silberlinge verraten.
(AFP/APjW)
»Ich erinnere mich, unter dem Feuer von Heckenschützen gelandet zu sein«, hatte Clinton (Foto) die Ereignisse beschrieben. »Da sollte eine Art Begrüßungszeremonie am Flughafen stattfinden, aber wir sind nur mit eingezogenen Köpfen zu den Autos gerannt, um zum Stützpunkt zu fahren.« US-Fernsehsender strahlten daraufhin Bilder der Ankunft in Tuzla aus, auf denen zu sehen war, wie Clintons Delegation freundlich auf dem Rollfeld empfangen wurde und ein achtjähriges Mädchen ein Gedicht vortrug.
Das Lager von Barack Obama, Clintons Rivale im Kampf um die demokratische Präsidentschaftskandidatur, warf der früheren First Lady vor, ihre außenpolitische Erfahrung bewußt aufzubauschen. Obama-Sprecher Tommy Vietor sagte, von einem »Versprecher« Clintons könne kein Rede sein. Es habe sich um einen vorbereiteten Text, nicht um eine spontane Äußerung gehandelt.
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Clinton-Berater James Carville bezeichnete derweil den Gouverneur von New Mexico, Bill Richardson, wegen dessen Unterstützung für Obama als Judas und lehnte es anschließend ab, sich dafür zu entschuldigen. Carville wies im Interview der New York Times darauf hin, daß Richardson einst als Energieminister dem Kabinett von Expräsident William Clinton angehört habe. Er sprach von einer besonderen Ironie, daß der Gouverneur seine Unterstützung für Obama ausgerechnet in der Karwoche bekanntgegeben habe. Genau so habe Judas Jesus damals für 30 Silberlinge verraten.
(AFP/APjW)
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