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Aus der Werbung

Im vergangenen Jahr wurden 70 Werbekampagnen aufgrund von Beanstandungen des Werberates eingestellt. Der Chef dieses Organs des Zentralverbandes der deutschen Werbewirtschaft, Hans-Henning Wiegmann, präsentierte am Dienstag in Berlin eine Jahresbilanz. Demnach hat es 269 Proteste gegeben. 82 Beanstandungen wurden ausgesprochen. Neun Kampagnen wurden verändert. In drei Fällen blieb jegliche Reaktion aus, worauf Rügen erteilt wurden. Ausnahmslos wegen Sexismus. Zum ersten warb die Firma ISAS Gebrüder Schmidtlein aus Büttelborn für ein Ratgeberportal mit spärlich bekleideten Models und den Worten: »So bekommst du jede Frau ins Bett«. Zum zweiten warb der Möbelhändler Heuberg-Wagner GbR in Bremen-Neustadt in einer Printanzeige mit einer Frau, deren Rock den Genitalbereich aussparte und den Worten: »Wenn etwas fehlt«. Die Münchener Erotic World Handels GmbH schließlich zeigte auf Schaufensterplakaten ein Frauengesäß mit Brandmal, quer über das Plakat war ein rauchendes Brenneisen gedruckt. Darüber stand »Heiße DVDs«. Zu den eingestellten Kampagnen gehörte eine Eigenwerbung des Magazins Deutsch. Sie stellt eine Frau dar, die sich von einem Schäferhund befriedigen ließ. Beschwerden gegen Werbung seien immer noch ein »Randphänomen«, sagte Wiegmann am Dienstag in Berlin, und wies darauf hin, daß die »Mädchen auf Seite eins häufig schlimmer« seien als beanstandete Anzeigen. (ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 26.03.2008, Seite 13, Feuilleton

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