-
19.03.2008
- → Schwerpunkt
Tibet aktuell: Dalai Lama will zurücktreten
In der tibetischen Hauptstadt Lhasa blieb – so Bewohner – am Dienstag »alles ruhig«. Die Vermutungen von Exiltibetern, es könne nach Ablauf des staatlichen Ultimatums an die »Aufrührer«, sich zu stellen, zu Übergriffen von Sicherheitskräften kommen, bewahrheiteten sich offensichtlich nicht. Dagegen meldete sich erneut der Dalai Lama als »geistlicher und politischer Führer Tibets« in seinem indischen Exilort Dharamsala zu Wort. Falls es zukünftig zu »exzessiver Gewalt« kommen würde, müßte er von seinem »weltlichen Amt« als Sprecher der »tibetischen Exilregierung« zurücktreten. Sein Berater Tenzin Takhla begründete dies damit, daß der Dalai Lama dem »Prinzip der Gewaltfreiheit verpflichtet« sei. Doch würde er natürlich »immer der Dalai Lama bleiben«.
Der buddhistische Geistliche selbst rief sowohl zur »Mäßigung« als auch zu weiteren »friedlichen Protesten« auf. »Ich sage zu China und den Tibetern: Wendet keine Gewalt an.« Es gehe darum, sich gegen die chinesische Politik zu stellen, nicht aber gegen die Chinesen. »Ob es uns gefällt oder nicht, wir müssen zusammen Seite an Seite leben«, erklärte der 72jährige, der mit bürgerlichem Namen Tenzin Gyatso heißt und der als Zweijähriger 1937 zum geistlichen Oberhaupt der Tibeter ernannt worden war.
Die Vorwürfe Pekings auch an seine Adresse wies der Religionsführer zurück. Die Regierung solle »der Weltöffentlichkeit Beweise« für seine Verwicklung in die Proteste vorlegen. Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao hatte den Dalai Lama und seine Anhänger für die Ausschreitungen bei den Protesten verantwortlich gemacht. Die Unruhen hätten schwere Verluste an Menschenleben und Eigentum verursacht, erklärte Wen vor Journalisten (siehe auch Bericht aus Peking auf dieser Seite). Der Premier lehnte erneut einen Dialog mit dem Dalai Lama ab. Dessen Gesprächsangebote seien »nichts als Lügen«. Wen sprach sich zudem gegen eine weitere »Politisierung« der Olympischen Spiele aus.(AFP/AP/jW)
Der buddhistische Geistliche selbst rief sowohl zur »Mäßigung« als auch zu weiteren »friedlichen Protesten« auf. »Ich sage zu China und den Tibetern: Wendet keine Gewalt an.« Es gehe darum, sich gegen die chinesische Politik zu stellen, nicht aber gegen die Chinesen. »Ob es uns gefällt oder nicht, wir müssen zusammen Seite an Seite leben«, erklärte der 72jährige, der mit bürgerlichem Namen Tenzin Gyatso heißt und der als Zweijähriger 1937 zum geistlichen Oberhaupt der Tibeter ernannt worden war.
Anzeige
Die Vorwürfe Pekings auch an seine Adresse wies der Religionsführer zurück. Die Regierung solle »der Weltöffentlichkeit Beweise« für seine Verwicklung in die Proteste vorlegen. Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao hatte den Dalai Lama und seine Anhänger für die Ausschreitungen bei den Protesten verantwortlich gemacht. Die Unruhen hätten schwere Verluste an Menschenleben und Eigentum verursacht, erklärte Wen vor Journalisten (siehe auch Bericht aus Peking auf dieser Seite). Der Premier lehnte erneut einen Dialog mit dem Dalai Lama ab. Dessen Gesprächsangebote seien »nichts als Lügen«. Wen sprach sich zudem gegen eine weitere »Politisierung« der Olympischen Spiele aus.(AFP/AP/jW)
→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Solidarität jetzt!
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!
→ mehr aus dem Ressort Schwerpunkt
