Knapp 60 Prozent der Zentralbankreserven der Welt werden in Dollar gehalten, 20 Prozent in Euro. Die restlichen 20 Prozent teilen sich Yen, Pfund, Schweizer Franken und der chinesische Yuan.
Man kann schon fast froh darüber sein, dass wenigstens die Europäische Zentralbank (EZB) die ökonomischen Risiken eines Öl- und Gasembargos gegenüber Russland erwähnt und einigermaßen ernst nimmt.
Wirksamer ist da schon die von der Regierung im »Entlastungspaket« angekündigte Senkung der Mineralölsteuer. Der Preis für Benzin soll damit um 30 und der für Diesel um elf Cent sinken.
Was war die Botschaft, die das erlauchte Gremium der EZB und Frau Lagarde an das wegen der Teuerung gespannte Publikum aussendeten? Sie lautete: Wir warten erst mal ab.
Am ersten Tag dieser neuartigen Sanktion fiel der Rubel um 20 Prozent und Russlands Zentralbankchefin bekannte, dass sie nicht über genügend Dollar und Euro verfügte, um die Währung zu stützen.
Wie macht man es als Großaktionär, ein Unternehmen so auszuweiden, dass man die wertvollsten Teile selbst erhält, während die Neben- und Kleinaktionäre systematisch übervorteilt oder stückweise enteignet werden?
Zentralbanker scheinen derzeit nach Argumenten zu suchen, die es rechtfertigen könnten, die Politik der Überschwemmung des Finanzsektors mit Geld zu beenden oder umzukehren.
DIW-Chef Marcel Fratzscher lobt, was er zuvor als »wenig modernes« Finanzsystem, mit intransparenter staatlicher Regulierung getadelt hatte, die »der Logik der Politik und nicht des Marktes folgt«.
Da die US-Notenbank schon seit Monaten ihre Absicht kundtut, sie wolle das Geld teurer machen, ist eigentlich erstaunlich, dass der Aktienmarkt erst jetzt im Januar nervös wurde.
Zusammengefasst geht es bei der gegenwärtigen Ökopolitik darum, wer Staatszuschüsse abgreifen kann. Um das festzulegen, gibt es wissenschaftlich verbrämte Taxonomiespielchen.
Vor allem drei Effekte treiben die Teuerung: Steil steigenden Energiepreise, Engpässe bei einigen wichtigen Zwischenprodukten und Störungen im Warentransport aus den Lieferländern.
Die Wirtschaft schrumpft, und die gemäßigt linke Regierung muss ihr Budget am nun von der Rechten dominierten Senat vorbeibringen, der auch eventuelle Ergebnisse der Verhandlungen mit dem IWF genehmigen muss.
Der Wechselkurs schnellte binnen eines Tages auf unter zwölf Lira pro Dollar zurück. Die internationale Presse war beeindruckt, tadelte aber die türkische Regierung aufs Schärfste.
Ganze zehn von den 6.000 Zeilen im Koalitionsvertrag der Ampel sind der »Gesundheitsfinanzierung« gewidmet. Die zehn kümmerlichen Zeilen sind beachtenswert, durch das, was fehlt.