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Skispringen: Heß tot

Suhl. Heiligabend starb Reinhard Heß im Alter von 62 Jahren nach langer Krankheit in einer Klinik in Bad Berka. »Ich bin froh und stolz, daß ich mit ihm gearbeitet habe – das nimmt mir niemand mehr«, sagte Skispringer Sven Hannawald. Unter Heß, dem erfolgreichsten Trainer in der Geschichte des Deutschen Skiverbandes (DSV), hatte er 2002 als bisher einziger Springer bei der Vierschanzentournee alle vier Springen gewonnen.

Nach einer Verletzung mußte Heß als DDR-Jugendmeister von 1964 das aktive Springen aufgeben. Er wurde Ausbilder, 1988 Cheftrainer der DDR-Skispringer. Nach 1989 wurde Heß zum Nachwuchstrainer degradiert, 1993 aber zum Cheftrainer der BRD-Springer gemacht, als sich der DSV in einer schweren Krise befand. Unter ihm erlebte Jens Weißflog seinen zweiten Frühling, wurde Olympiasieger und führte das DSV-Team sensationell zu olympischem Mannschaftsgold. Die Erfolge unter Heß bescherten dem DSV einen millionenschweren TV-Vertrag und den Athleten bei jedem Saisonhöhepunkt Edelmetall. Hannawald gewann zwei Skiflug-Weltmeistertitel, Martin Schmitt viermal WM-Gold. Insgesamt verzeichnete der DSV in der Ära Heß 21 Medaillen bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen. 2003 revoltierten die Springer gegen ihn, Heß verlor den Machtkampf und zog sich aus der Szene zurück. (sid/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 27.12.2007, Seite 16, Sport

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