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Rekruten belasten Ausbilder

Münster. Im Prozeß um die Mißhandlung von Rekruten in der Coesfelder Freiherr-vom-Stein-Kaserne sind am Mittwoch vor dem Landgericht Münster ehemalige Ausbilder erheblich belastet worden. Ein 25jähriger heutiger Leutnant aus Krefeld gab an, ihm sei die Hose heruntergezogen worden und er habe sich nackt fotografieren lassen müssen. Auch seien ihm in einem Waschraum mehrere Stromstöße am Bauch und in der Leistengegend versetzt worden, gab der Soldat zu Protokoll. Er habe mehrfach Schreie eines Kameraden gehört.

Ein 22 Jahre alter Student berichtete, beim Lösen der strammen Fesseln sei er mit einem Messer verletzt worden. Als er am Boden gelegen habe, sei ein Ausbilder über seinen gesamten Körper gelaufen und habe ihn dabei auf den Kopf getreten, was sehr weh getan habe.
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Die Staatsanwaltschaft wirft ehemaligen Bundeswehr-Ausbildern vor, im Jahr 2004 in Coesfeld vier simulierte Geiselnahmen initiiert zu haben. Dabei soll es zu Übergriffen und Mißhandlungen gekommen sein.

Von den 18 Angeklagten wurde einer inzwischen zu einer Freiheitsstrafe verurteilt, fünf erhielten Geldstrafen, zwei wurden freigesprochen.(ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 29.11.2007, Seite 5, Inland

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