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Ankara übt Druck auf Washington aus

Ankara. Mit einer Reihe diplomatischer Maßnahmen will die türkische Regierung die Verabschiedung einer Armenien-Resolution durch das US-Repräsentantenhaus verhindern. Die Türkei versuche zu zeigen, »daß wir nicht bluffen«, sagte ein ranghoher türkischer Diplomat am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Von türkischer Seite verlautete zudem, daß der stellvertretende Marine-Kommandant Metin Atac eine geplante USA-Reise absagte, um gegen die vom Auswärtigen Ausschuß des US-Repräsentantenhauses verabschiedete Resolution zu protestieren. Darin werden die Massaker an Armeniern und Vertreibungen im damaligen Osmanischen Reich zwischen 1915 und 1917 als »Völkermord« bezeichnet.

Mit Blick auf die vorübergehende Abberufung des türkischen Botschafters in Washington, Nabi Sensoy, erklärte der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan beschwichtigend, eine dauerhafte Abberufung des Botschafters sei nicht vorgesehen. »Er kommt zu Beratungen«, sagte Erdogan am Freitag. Zuvor hatte bereits der türkische Außenamtssprecher Mahmut Bilman gesagt, es sei normal, daß der Botschafter nach einer solchen Entscheidung zu Beratungen zurückgerufen werde. Türkische Medien berichteten, Erdogan könnte einen für November geplanten Besuch in Washington absagen, obwohl US-Präsident George W. Bush sich von dem Votum des Ausschusses distanziert hatte. (AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 13.10.2007, Seite 2, Ausland

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