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Dürer verteuern

Albrecht Dürer kommt aus Nürnberg, was diese Stadt besonders ärgert, denn alle seine wichtigen Bilder hängen in Madrid oder München, in Nürnberg lediglich ein paar Tuschezeichnungen vom Meister (1471–1528). Ersatzweise gibt es derzeit jeden Tag im Albrecht Dürer Haus gegen jeweils vier Euro Gebühr vier Vorträge; ein Geschäftsgebaren, das dem Nürnberger Künstler Karsten Neumann derart mißhagt, daß er heute am Nürnberger Hauptmarkt um 11 und 23 Uhr die Performance »mir stinkt’s – eine hommage á piero manzoni« durchzuführen gedenkt. Jeder Passant, der nachweislich unter 1000 Euro im Monat verdient, bekommt von ihm eine Dose geschälte Tomaten.

(jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 19.07.2007, Seite 13, Feuilleton

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