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Boxen: Für was anderes

Hamburg. Rücktritte vom Rücktritt sind im bezahlten Faustkampf zur Regel geworden. Am 22. September kehrt Witali Klitschko in München gegen Jameel McCline in den Ring zurück. Sportwissenschaftler Klitschko ist dann 36 Jahre alt. 1015 Tage wird er »trocken« gewesen sein. »Ich habe das Boxen vermißt«, sagt der Mann, der als Politiker, Unicef-Botschafter und Vater von drei Kindern genug zu tun haben sollte. Hat er nicht: »Ein Mann muß seinen Auftrag erfüllen. Und ich sehe es als meinen Auftrag an, wieder Weltmeister zu werden.« Tickt er so anachronistisch? Vielleicht. Das Geld braucht er nicht so sehr wie Max Schmeling (Rückkehr 1947 mit 42 Jahren) oder George Foreman (1987 mit 38 Jahren). Nicht mal so sehr wie Axel Schulz oder Henry Maske, die kürzlich je drei Millionen Euro von RTL kassierten. Wenn Klitschko prä- und postmaterialistisch sagt: »Ich boxe, weil ich es liebe«, dann kann man das schlucken, aber nicht ohne Brechreiz.

(sid/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 18.07.2007, Seite 16, Sport

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