Zum Inhalt der Seite

Reaktionen. Korea: Gespräche, Konferenzen und Kontrollen

Nach der Annäherung im Atomstreit prüfen Nord- und Südkorea in dieser Woche nun auch die Wiederaufnahme ihrer Gespräche auf Ministerebene. Vertreter beider Staaten wollen sich dazu am heutigen Donnerstag in dem Grenzort Kaesong treffen, teilte der Sprecher des südkoreanischen Wiedervereinigungsministeriums am Mittwoch mit. Die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA bestätigte den Plan, die seit Juli unterbrochenen Gespräche wiederaufzunehmen. Auf der Tagesordnung sollen Lebens- und Düngemittelhilfen stehen. Der binationale Dialog auf Kabinettsebene war im vergangenen Jahr nach nordkoreanischen Raketen- und Atomtests ausgesetzt worden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel bewertete das Abkommen vom Dienstag vorsichtig optimistisch. »Aus meiner Sicht ist das ein Fortschritt, der heute erzielt worden ist«, sagte sie nach einem Treffen mit dem britischen Premierminister Anthony Blair am Dienstag in Berlin. Man müsse sehen, wie lange der Fortschritt anhalte. Doch zeige sich in der Erklärung Nordkoreas, daß grundsätzlich auf dem Verhandlungsweg Ergebnisse zu erzielen seien. Dies werde auch eine Wirkung auf den Iran nicht völlig verfehlen.

Italien kündigte für März eine Nordkorea-Konferenz an. Bei dem informellen Treffen am 26. März in Como soll es um verschiedene Themen im Zusammenhang mit der »Nordkorea-Frage« gehen, teilte das Außenministerium in Rom am Dienstag mit. Neben Vertretern aus Nord- und Südkorea werden auch Teilnehmer aus den USA, China, Rußland, Japan und verschiedenen europäischen Staaten erwartet.
Anzeige


Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Mohamed ElBaradei, will nun so rasch wie möglich neue Inspektionen der Atomanlagen in Nordkorea durchführen. »Die IAEA wird nach Nordkorea zurückgehen, um sicherzustellen, daß alle atomaren Aktivitäten friedlichen Zielen dienen«, erklärte ElBaradei am Dienstag in Luxemburg. Die von Nordkorea erklärte Bereitschaft, den Betrieb der Atomanlagen im Tausch gegen Kompensationsleistungen aus dem Ausland einzustellen, sei ein »Schritt in die richtige Richtung«.

(AP/AFP/jW)
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 15.02.2007, Seite 3, Schwerpunkt

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!