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08.02.2007
- → Feuilleton
Schrader
Der diesjährige Berlinale-Jury-Präsident Paul Schrader erklärt in der aktuellen Zeit, warum seine berühmteste Drehbuchfigur, der »Taxi Driver« (gespielt von Robert de Niro unter der Regie von Martin Scorsese), nicht auf die Leinwand zurückkehren wird: »Das würde nicht mehr funktionieren. Der große Unterschied zwischen Irak und Vietnam besteht darin, daß die Soldaten nach Vietnam eingezogen wurden. Nur deshalb gab es die Massenproteste. Und deshalb hatte eine Figur wie Taxi Driver mit ihrer Wut und ihren Obsessionen ihre Logik und Berechtigung.« Nur deshalb? Redest du mit mir? An seine erste Jury-Mitgliedschaft in Berlin 1987 erinnert sich Schrader im Zorn, da die Jury unter dem Präsidenten Klaus-Maria Brandauer zwischen einem sowjetischen und einem US-amerikanischen Film zerstritten gewesen sei: »Ich wollte ›Platoon‹ den Goldenen Bären geben, denn es war mit Abstand der beste Film. Aber der russische Delegierte brüllte herum und beschimpfte ›Platoon‹ als proamerikanische militarisierte John-Wayne-Scheiße. Da nahm mich Brandauer beiseite und sagte: ›Mensch Paul, es ist nur ein Film. Und es ist das erste Jahr, in dem der Osten mit dem Festival zusammenarbeitet.‹ ›Platoon‹ hat nicht gewonnen. Letztlich passierte das, weil der damalige Berlinale-Chef Moritz de Hadeln das alles mit dem Osten ausgedealt hatte.« (ots/jW)
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