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02.12.2006
- → Kapital & Arbeit
Fauler Kompromiß
Umweltschützer kritisieren EU-Chemikalienrichtliche
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Greenpeace haben den Kompromiß zur europäischen Chemikalienreform REACH, der in der Nacht zum Freitag zwischen Vertretern des Europäischen Parlaments und des EU-Ministerrats ausgehandelt wurde, scharf kritisiert. »Diese Vereinbarung ist ein fauler Kompromiß auf dem Rücken von Verbrauchern und Umwelt«, sagte Patricia Cameron, Chemieexpertin des BUND. Bundeskanzlerin Angela Merkel habe sich offenbar von den Chemiekonzernen instrumentalisieren lassen.
Der Kompromiß sieht vor, daß krebserregende, fortpflanzungsschädliche und andere gefährliche Chemikalien selbst dann weiter vermarktet werden dürfen, wenn Alternativen vorhanden sind. Die Hersteller würden diese Stoffe angeblich »adäquat kontrollieren«. Dies sei aber illusorisch, wie zahlreiche Studien und regelmäßig auftretende Chemieskandale bewiesen. »In Deutschland hergestellte Industriegifte tauchen überall dort auf, wo sie nichts zu suchen haben – im Blut von Babys und Erwachsenen, in der Muttermilch, in Lebensmitteln und im Trinkwasser.« Ferner gebe es für die Konzerne keine Informationspflicht über Risiken und Nebenwirkungen. Die beiden Organisationen fordern die Mitglieder des Europäischen Parlaments auf, den derzeitigen Kompromiß im Sinne des Umwelt- und Gesundheitsschutzes nachzubessern.
(ots/jW)
Der Kompromiß sieht vor, daß krebserregende, fortpflanzungsschädliche und andere gefährliche Chemikalien selbst dann weiter vermarktet werden dürfen, wenn Alternativen vorhanden sind. Die Hersteller würden diese Stoffe angeblich »adäquat kontrollieren«. Dies sei aber illusorisch, wie zahlreiche Studien und regelmäßig auftretende Chemieskandale bewiesen. »In Deutschland hergestellte Industriegifte tauchen überall dort auf, wo sie nichts zu suchen haben – im Blut von Babys und Erwachsenen, in der Muttermilch, in Lebensmitteln und im Trinkwasser.« Ferner gebe es für die Konzerne keine Informationspflicht über Risiken und Nebenwirkungen. Die beiden Organisationen fordern die Mitglieder des Europäischen Parlaments auf, den derzeitigen Kompromiß im Sinne des Umwelt- und Gesundheitsschutzes nachzubessern.
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(ots/jW)
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