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Siemens-Chef soll vernommen werden

München. In der Siemens-Korruptionsaffäre gerät jetzt auch die Konzernspitze ins Visier der Ermittler. Medienberichten zufolge soll der engste Führungszirkel über die Schmiergeldzahlungen des Unternehmens informiert gewesen sein. So habe nach Aussagen eines langjährigen Mitarbeiters, der in Untersuchungshaft sitzt, der frühere Vorstand Thomas Ganswindt von den schwarzen Kassen und den Korruptionspraktiken des Konzerns gewußt haben.

Auch Konzern-Chef Klaus Kleinfeld soll nun durch die Münchner Staatsanwaltschaft vernommen werden. Der geständige ehemalige Mitarbeiter habe laut einem Focus-Bericht zudem ausgesagt, der in Untersuchungshaft sitzende Exfinanzchef der T-Sparte, Michael Kutschenreuter, habe ihm zu verstehen gegeben, daß man im Falle von Ermittlungen alles auf ihn schieben werde. Ein weiterer Manager habe ihm bedeutet, daß Siemens sich um seine Familie kümmere, falls er hinter Gittern lande.

(ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 27.11.2006, Seite 9, Kapital & Arbeit

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