Zum Inhalt der Seite

Umsatz im Einzelhandel geht weiter zurück

Von wegen »Kaufrausch«: Händler sehen auch für den Winter schwarz. Preise steigen weiter

Trotz aller Bemühungen des Spiegels und anderer Medien, den Deutschen einen »Kaufrausch« einzureden, leidet der Einzelhandel unter Umsatzrückgang. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Dienstag schrumpfte die Branche im September um 1,2 Prozent.

Konjunkturforscher hatten angesichts der Entspannung auf dem Arbeitsmarkt und erwarteter »Vorzieh­effekte« wegen der geplanten Mehrwertsteuererhöhung mit einem besseren September-Ergebnis gerechnet. »Wir haben nie an die Euphorie geglaubt, die von Forschungsinstituten wie GfK und Ifo verbreitet wurde«, erklärte dazu der Sprecher des Hauptverbandes des deutschen Einzelhandels, Hubertus Pellengahr.

Sowohl im Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren als auch im Handel mit Nicht-Lebensmitteln lagen die Werte im September unter denen des Vorjahres. Die Lebensmittelhändler mußten einen Umsatzrückgang von real 2,5 Prozent hinnehmen. Der Bereich Nicht-Lebensmittel setzte 0,3 Prozent weniger um. Den stärksten Rückgang verzeichnete dabei der Versandhandel mit real rund 13 Prozent.
Anzeige


Kein Wunder, daß der deutsche Einzelhandel angesichts einer solchen Umsatzentwicklung für den Winter schwarzsieht. Bei der jüngsten Umfrage im Oktober hätten die meisten Händler mit einer Abschwächung der Geschäfte in den nächsten sechs Monaten gerechnet, teilte das ifo-Institut am Dienstag in München mit. Die Verbraucher müßten mit deutlich steigenden Preisen rechnen.

Im Lebensmittelhandel dürften die Verkaufspreise sogar »spürbar heraufgesetzt werden«, teilte das ifo-Institut mit. Die Läden machten derzeit mehr Umsatz als im Vorjahr, sähen aber skeptisch in die Zukunft. Auch Möbel, Bau- und Heimwerkerbedarf, Schreibwaren und Schuhe sollen teurer werden. Unterhaltungselektronik dagegen dürfte den Planungen der Händler zufolge in den nächsten Monaten erneut billiger werden.

(AP/jW)
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 01.11.2006, Seite 1, Inland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!