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05.10.2006
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Adelspreis
Das baden-württembergische Kunstministerium hält trotz nationaler und internationaler Proteste am geplanten Verkauf von wertvollen Handschriften aus der Badischen Landesbibliothek zugunsten des angeblich bedürftigen Adels fest. Die am Donnerstag von Kunstminister Peter Frankenberg (CDU) vorgegebene Linie gelte nach wie vor, weil sie »richtig und begründet« sei, sagte ein Ministeriumssprecher am Mittwoch in Stuttgart. Das Land will im Rahmen eines Vergleichs mit dem Markgrafenhaus Baden über ungeklärte Eigentumsverhältnisse Handschriften im Wert von rund 70 Millionen Euro veräußern. Mit dem Erlös soll der Adelsfamilie der Erhalt und die Sanierung von Schloß Salem am Bodensee ermöglicht werden. Unterdessen kritisierte die Schriftstellervereinigung PEN Deutschland, die Veräußerung wäre »eine eklatante Verletzung der staatlichen Pflicht«, Kulturgüter in öffentlichem Besitz zu erhalten. Nach Angaben des Ministeriumssprechers werde in »allernächster Zeit« ein Expertengremium zusammentreten und sich »mit den Pros und Contras« (sic!) des Vorhabens befassen, das »noch nicht endgültig beschlossen« sei.
(ddp/jW)
(ddp/jW)
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