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27.09.2006
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Atomtrickser des Tages: Die RWE
Der Essener Energiekonzern RWE hat gestern den schon länger angekündigten Antrag auf Laufzeitverlängerung für das Atomkraftwerk Biblis A gestellt. Um den ältesten deutschen Reaktor über das im Atomkonsens vorgesehen Stilllegungsdatum im Jahr 2008 hinaus in Betrieb zu halten, will RWE Strommengen von neueren Reaktoren auf die Anlage übertragen. Der Konzern teilte mit, er habe entsprechende Anträge beim Bundesumwelt- und beim Bundeswirtschaftsministerium sowie beim Bundeskanzleramt eingereicht.
Seit 31 Jahren produziert Biblis A Strom. Und Pannen – nach der Inbetriebnahme am 25. August 1975 verging kaum ein Monat, in dem nicht Störungen gemeldet werden mußten. Betroffen waren fast alle Kraftwerksteile – Generatoren, Turbinen und immer wieder das Kühlsystem.
Mehrmals waren in Biblis Verletzte zu beklagen. Schon 1976 mußten sich zehn Beschäftigte nach Reparaturarbeiten mit Verstrahlungen im Krankenhaus behandeln lassen. Bei späteren Unfällen kamen zwei Menschen ums Leben.
2003 wurde bekannt, daß das Notkühlsystem des Reaktors erheblich kleiner ausgelegt war, als in den Bauvorschriften verlangt. Statt 5,9 Quadratmetern hatten die Ansaugöffnungen der Notkühlpumpen nur eine Fläche von drei Quadratmetern. Bei einem Unfall hätte die Gefahr bestanden, daß der Reaktor unzureichend gekühlt und eine große Menge Radioaktivität freigesetzt würde.
Bürgerinitiativen warnen außerdem vor der Gefahr von Flugzeugabstürzen. Block A ist noch nicht einmal gegen kleinere Verkehrsflugzeuge gesichert. Biblis liegt nicht weit vom Frankfurter Flughafen entfernt und in einer Hauptflugschneise der Luftwaffe. Im Juli 1982 stürzte bei Worms, nur 15 Kilometer vom Kraftwerk entfernt, ein Phantom-Jäger ab.
Von welchem anderen Atomkraftwerk RWE Stromkontingente auf Biblis übertragen will, war gestern zunächst unklar. Außer den beiden Reaktoren in Biblis betreibt der Konzern noch die AKW Gundremmingen B und C in Bayern und ist am niedersächsischen AKW Emsland beteiligt. Auch das nach nur wenigen Betriebstagen stillgelegte AKW Mühlheim-Kärlich in Rheinland-Pfalz gehörte RWE.
Seit 31 Jahren produziert Biblis A Strom. Und Pannen – nach der Inbetriebnahme am 25. August 1975 verging kaum ein Monat, in dem nicht Störungen gemeldet werden mußten. Betroffen waren fast alle Kraftwerksteile – Generatoren, Turbinen und immer wieder das Kühlsystem.
Mehrmals waren in Biblis Verletzte zu beklagen. Schon 1976 mußten sich zehn Beschäftigte nach Reparaturarbeiten mit Verstrahlungen im Krankenhaus behandeln lassen. Bei späteren Unfällen kamen zwei Menschen ums Leben.
2003 wurde bekannt, daß das Notkühlsystem des Reaktors erheblich kleiner ausgelegt war, als in den Bauvorschriften verlangt. Statt 5,9 Quadratmetern hatten die Ansaugöffnungen der Notkühlpumpen nur eine Fläche von drei Quadratmetern. Bei einem Unfall hätte die Gefahr bestanden, daß der Reaktor unzureichend gekühlt und eine große Menge Radioaktivität freigesetzt würde.
Bürgerinitiativen warnen außerdem vor der Gefahr von Flugzeugabstürzen. Block A ist noch nicht einmal gegen kleinere Verkehrsflugzeuge gesichert. Biblis liegt nicht weit vom Frankfurter Flughafen entfernt und in einer Hauptflugschneise der Luftwaffe. Im Juli 1982 stürzte bei Worms, nur 15 Kilometer vom Kraftwerk entfernt, ein Phantom-Jäger ab.
Von welchem anderen Atomkraftwerk RWE Stromkontingente auf Biblis übertragen will, war gestern zunächst unklar. Außer den beiden Reaktoren in Biblis betreibt der Konzern noch die AKW Gundremmingen B und C in Bayern und ist am niedersächsischen AKW Emsland beteiligt. Auch das nach nur wenigen Betriebstagen stillgelegte AKW Mühlheim-Kärlich in Rheinland-Pfalz gehörte RWE.
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Reimar Paul