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10.08.2006
- → Kapital & Arbeit
Sachsen geht gegen Wettanbieter vor
München. Unmittelbar vor dem Start der neuen Bundesliga-Saison ist in Sachsen offenbar der bislang größte Schlag gegen private Sportwettenanbieter geplant. Der Freistaat wolle dem deutschen Ableger des internationalen Glücksspielkonzerns Betandwin bis spätestens Donnerstag die Konzession entziehen, berichtete die Süddeutsche Zeitung am Mittwoch. Der Wettanbieter operiert in Sachsen mit einer Gewerbeerlaubnis aus der DDR. Darüberhinaus soll dem österreichischen Mutterkonzern untersagt werden, über das Internet Wetteinsätze aus Deutschland anzunehmen. In Deutschland hat das an der Wiener Börse notierte Unternehmen dem Zeitungsbericht zufolge rund eine Million Kunden, die für jährlich rund 500 Millionen Euro den Ausgang von Fußballspielen und anderen Sportereignissen tippen. Der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Norbert Teufelberger, nannte den geplanten Konzessionsentzug am Mittwoch einen »Akt der Willkür«. Das Verbot verstoße zudem gegen europäisches Recht. Er kündigte umfangreiche Schadenersatzforderungen an den Freistaat an, falls dieser seine Ankündigungen realisiere. An der Frankfurter Börse brach die Betandwin-Aktie am Mittwoch zeitweise um mehr als 26 Prozent ein.
(AP/jW)
(AP/jW)
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