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Millionen gegen Jelzin

Russische Kommunisten machten Massen mobil

Bei den größten Massenkundgebungen in Rußland seit dem Ende der UdSSR haben am Mittwoch Millionen Menschen den Rücktritt von Präsident Boris Jelzin und die Zahlung ausstehender Löhne und Gehälter gefordert. Von Wladiwostok über Jekaterinburg, Moskau und Sankt Petersburg sowie kleinere Städte reichten die Proteste gegen die Auswirkungen der Wirtschaftskrise und des »Mafia- Kapitalismus«, zu denen die Kommunistische Partei und die Gewerkschaften aufgerufen hatten. Allein in Moskau marschierten nach Aussagen von KP-Chef Gennadi Sjuganow Hunderttausende auf den Kreml. KP und Gewerkschaften wollen die Aktionen so lange fortsetzen, bis Jelzin sein Amt niederlegt.

Den Auftakt der Proteste bildete der Ferne Osten. Dort gingen nach Angaben des Justizministeriums mehrere Millionen Menschen auf die Straße. Die Demonstranten riefen in Sprechchören »Jelzin tritt zurück!«, »Zar Boris, hau ab!« und »Nieder mit dem korrupten Regime!«.

Laut Sjuganow hat die KP bisher die Unterschriften von 245 Abgeordneten für den Rücktritt von Jelzin gesammelt. Die Aktion hat allerdings eher symbolischen Wert. Mit den Protesten vom Mittwoch will die Kommunistische Partei nach eigenen Angaben lediglich Jelzins Rücktritt erzwingen, nicht aber die Regierung von Ministerpräsident Jewgeni Primakow in Bedrängnis bringen, an der sie selbst beteiligt ist.

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Jelzin ließ sich ständig über den Stand der Kundgebungen unterrichten. Polizei und andere Ordnungstruppen hatten ein Großaufgebot gegen die Demonstranten zusammengezogen.

jW/AFP

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Erschienen in der Ausgabe vom 08.10.1998, Seite 0, Titel

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