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Kampagne gegen Zwangsprostitution

Berlin. Gut drei Monate vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland haben verschiedene Verbände eine Kampagne gegen Zwangsprostitution und Frauenhandel gestartet. »Menschenhandel und Zwangsprostitution sind Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die unsere Gesellschaft unter keinen Umständen hinnehmen darf«, sagte die Schirmherrin der Kampagne, die Vorsitzende von UNICEF Deutschland, Heide Simonis, am Mittwoch. Unter dem Motto »Stoppt Zwangsprostitution – Männer tragen Verantwortung« soll mit Plakaten, Flyern und Aktionen besonders an den Austragungsorten der Spiele über das Thema informiert werden. Die Dimension von Zwangsprostitution sei jahrelang kaum zur Kenntnis genommen worden, sagte Simonis. Oft werde die Inanspruchnahme von Diensten als Kavaliersdelikt bagatellisiert. Für den Tatbestand der Zwangsprostitution gebe es Hinweise und Zeichen. Wer sie kenne, könne reagieren und damit beitragen, schreiendes Unrecht zu beenden. Die Gewerkschaft der Polizei erklärte, Menschenhandel entwickele sich weltweit zu einem ähnlich einträglichen Geschäft wie der Drogenhandel. Gerade in Hinblick auf die bevorstehende WM sei zu erwarten, daß die Nachfrage im Rotlicht-Milieu steige. (AP/jW)

www.stoppt-zwangsprostitution.de
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Erschienen in der Ausgabe vom 24.02.2006, Seite 15, Inland

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