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Digitale Wüste des Tages: Universität Leipzig

Von Amelie E. Höcker
Foto: imagebroker/IMAGO
Ohne Netzanschluss: In den Hörsälen der Leipziger Uni ist eine neue Kreidezeit angebrochen

In Leipzig ist die Kreidezeit angebrochen, nachdem die digitalen Tafeln in den Hörsälen der Universität nicht mehr benutzt werden können. Seit dem vergangenen Mittwoch ist die Homepage nicht abrufbar, und zunächst hieß es, man solle sich über den Instagram-Account informieren. Jetzt meldete sich am Montag die Rektorin auf einer improvisierten Website zu Wort. In ihrem Statement wendet sich Eva Inés Obergfell an alle Mitarbeiter und Studenten: »In der vergangenen Woche ist unsere Universität Ziel eines Angriffs auf unsere IT-Systeme geworden.« Dieser betreffe die gesamte digitale Infrastruktur. Obwohl ein Krisenstab daran arbeite, die Probleme zu beheben, müsse man sich »darauf einstellen, dass es Wochen in Anspruch nehmen wird, bis alle Systeme wieder am Netz sind und optimal laufen.«

Indem Professoren einfach wieder zur Tafelkreide greifen, lässt sich die Situation aber nicht bewältigen: Mailserver, Portale für die Kurswahl, Noteneinsicht und E-Learning funktionieren genauso wenig wie die Homepage. Aber dann können Studenten ihre Literatur doch in der Bibliothek ausleihen! »Nein, die Bestellung und Ausleihe von Medien ist derzeit nicht möglich«, heißt es in einem FAQ auf der improvisierten Seite. Und wenn man schon nicht lernen kann, die freie Zeit in der Mensa verbringen? »Aufgrund des IT-Angriffs auf die Systeme der Universität Leipzig ist unter anderen auch eine Validierung der UniCard (die man braucht, um für das Essen zu zahlen, jW) aktuell nicht möglich.«

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Dennoch hält die Universität am Lehrplan und der Anwesenheitspflicht der Mitarbeiter fest. Einzig diejenigen, die Haus- oder Abschlussarbeiten schreiben, dürften sich über verlängerte Abgabefristen freuen. Die Universität Leipzig bleibt derweil für unabsehbare Zeit digitales Brachland – und erinnert damit unfreiwillig an den FDP-Wahlslogan von 2017: »Digital first. Bedenken second.«

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Erschienen in der Ausgabe vom 04.11.2026, Seite 3, Ansichten

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