Zum Inhalt der Seite
Nahostkonflikt

Jemens Ansarollah bombardieren saudisches Verteidigungsministerium

Foto: Uncredited/Ansar Allah Media Office/dpa
Ansarollah auf dem Vormarsch: Mit dem Bruch der Waffenruhe hat Saudi-Arabien sich in eine schwierige Lage manövriert (22.9.2026)

Sanaa. Die jemenitischen Ansarollah haben nach eigenen Angaben am Donnerstag das saudische Verteidigungsministerium in Riad angegriffen. Das Ministerium sei direkt getroffen worden, teilte Militärsprecher Jahja Sari mit. Die meist »Huthi« genannten Ansarollah hätten mit Raketen und Drohnen auch die Flughäfen im östlichen Dammam sowie in Abha im Süden beschossen, ferner Einrichtungen des Ölkonzerns Saudi Aramco in der Hafenstadt Janbu am Roten Meer.

Eine Bestätigung von saudischer Seite für den Angriff auf das Verteidigungsministerium gab es zunächst nicht. Es liegt im Zentrum von Riad und wird von Verteidigungsminister Chalid bin Salman geführt, dem Bruder des Kronprinzen und faktischen Herrschers Mohammed bin Salman. Ein Angriff dort wäre ein weiterer, auch symbolischer Erfolg für die Miliz.

Das saudische Militärbündnis im Jemen erklärte, erneut seien Drohnen unter anderem über Riad abgefangen worden. Bei dem Angriff in Dammam wurden nach saudischen Angaben zwei Menschen getötet und acht weitere verletzt.

Anzeige

Die weite Teile Jemens kontrollierenden Ansarollah setzen das benachbarte Saudi-Arabien seit Wochen unter Druck mit nahezu täglichem Beschuss von Flughäfen, Öleinrichtungen und anderen Zielen. Trotz eines modernen Raketenabwehrsystems, in das Riad Milliarden investiert hat, treffen die Ansarollah sensible Ziele teils auch tief im Landesinneren. Der Flugverkehr ist stark beeinträchtigt, mehrere große Veranstaltungen wurden abgesagt oder verschoben und Mitarbeiter etwa des staatlichen Ölkonzerns bis auf weiteres ins Homeoffice geschickt.

Auch im Jemen gehen die Gefechte weiter. Die von Saudi-Arabien unterhaltene »Regierung« in Aden warnte, dass ihre Truppen künftig auch Demonstrationen der Ansarollah angreifen könnten. Diese seien »legitime Militärziele«. Bürger seien aufgerufen, sich von solchen Kundgebungen fernzuhalten. Die Ansarollah drohten ihrerseits mit schweren Folgen, wenn Saudi-Arabien jemenitische Stämme angreifen sollte, die sie unterstützen.

Der seit Jahren eingefrorene Jemen-Krieg war im Sommer erneut ausgebrochen, nachdem Saudi-Arabien den Flughafen der Hauptstadt Sanaa bombardiert hatte, um die Landung eines iranischen Flugzeugs zu verhindern, mit dem eine Verhandlungsdelegation der Ansarollah nach Jemen zurückreisen wollte. Saudi-Arabien hatte die Ansarollah 2015 angegriffen, um seine dortigen Verbündeten, die von der Bewegung militärisch bedrängt wurden, an der Macht zu halten. (dpa/jW)

→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen am 23.10.2026, Ausland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen