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Kino

Wir sind hier nicht in einem Romero-Film

Oder doch: Tina Romero beerbt mit ihrem Spielfilmdebüt »Queens of the Dead« ihren famosen Vater, ohne ihn zu sehr zu kopieren

Foto: QOTD Inc/filmperlen
Augen zu und durch

Jetzt muss er ran: Weil die als Highlight des Abends angekündigte Dragqueen wegen Influencerallüren absagt, soll der im Tagesjob als Pfleger tätige Sam alias Beyoncé (Jaquel Spivey) im Yum-Klub für Glamour sorgen. Den letzten Auftritt hat er verpatzt und deshalb Lampenfieber. Seit dem Desaster hat er in seiner einstigen Community manchen Frenemy und auch sonst läuft so einiges unrund im Yum. Das Klo ist verstopft, eine herbe Gruppe Heteroinfluencer will stressen, und die Gäste sind ungünstigerweise größtenteils Zombies.

Musste doch ausgerechnet am Abend einer mega Mallparty eine Zombieapokalypse ausbrechen, Ursprung unbekannt. Um dieser adäquat brutal zu begegnen, muss die bunte Truppe um DJ Dre (Katy O’Brian) ihre persönlichen Dramen und Konflikte ad acta legen, müssen sich Jimmy, Pops, Kelsey, Tiger und Ginsey für die queere Gruppe auf ihre jeweiligen Stärken besinnen, um die höllischen Homos in selbige zu schicken.

Zombieapokalypse, die offenbar offene Hölle ist los, eine konfliktbeladene Gruppe im Einkaufszentrum … das hört sich doch sehr nach George A. Romero (1940–2017) an. Der ist der Vater von Regisseurin Tina Romero, die mit »Queens of the Dead« ihr Debüt gibt (und sich selbst als »edgy cheese ball« bezeichnet, also provokant und kitschverliebt). Die Parallelen sind schwer zu übersehen, auch wenn klargestellt wird: »Wir sind hier nicht in einem Romero-Film.« Sind wir aber selbstverständlich doch, nur eben in einem von Tina. Stand auf dem Filmplakat von »Dawn of the Dead« (1978) »Wenn in der Hölle kein Platz mehr ist, kommen die Toten auf die Erde zurück«, heißt es in »Queens …«: »Wenn die Hölle voll ist, gibt es dafür eine passende App.« Bei Tina sind die Untoten denn auch durch ihr selbstzentriertes Influencertum zombifiziert. Selbst beim Menschenfressen können sie ihre Smartphones nicht aus der Hand legen und aufhören, sich permanent zu streamen: »Sie verrotten, während sie aktualisieren.«

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Hier gibt es viel Glitter und Beautifulness statt Gore und allzu viel Blutbad. Harten Horrorfans mag das Ergebnis nicht besonders munden, doch werden im Film zwar keine Herzen gefressen, trotzdem steckt viel Herz drin – nicht zuletzt vom harmonisierenden, witzigen Cast – und viel quirlig queere Action.

Schlecht beerbt Tina ihren Papa jedenfalls nicht, ein paar Awards sprangen dafür auch schon heraus. Für den nächsten Film sollte sie sich aber über die Kameraführung noch mal Gedanken machen, die ist in »Queens …« leider allzu einfallslos und starr. Es gibt doch so viel mehr Einstellungen als Totale oder Halbtotale. Gut und gerne gucken kann man den Film trotzdem.

»Queens of the Dead«, Regie: Tina Romero, USA 2025, 101 Min., bereits angelaufen

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Erschienen in der Ausgabe vom 02.11.2026, Seite 11, Feuilleton

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