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Liga für Menschenrechte zur Lage im Sudan

Foto: Marwan Ali/AP/dpa

Die Internationale Liga für Menschenrechte teilte zur Lage im Sudan in einer Erklärung von Montag mit:

Die 63. Sitzung des UN-Menschenrechtsrats, die am 7. September 2026 in Genf begann und bis zum 7. Oktober 2026 andauerte, richtete den Blick bereits zu Beginn auf die sich weiter verschärfende Lage im Sudan. (…)

Noch am selben Tag befasste sich der Menschenrechtsrat mit den Erkenntnissen der unabhängigen internationalen Untersuchungskommission für den Sudan. Ihr Vorsitzender Mohamed Chande Othman hob zwei eng miteinander verbundene Entwicklungen hervor: Langstreckendrohnen hätten die Schlachtfelder neu definiert, während diese fortgeschrittenen militärischen Fähigkeiten durch externe Unterstützung mit Waffen, Technologie, Logistik, Ausbildung und Personal aufrechterhalten würden. Sowohl die sudanesischen Streitkräfte als auch die Rapid Support Forces (RSF) setzen zunehmend Langstreckendrohnen ein, so dass Angriffe inzwischen weit über die bisherigen Frontlinien hinausreichen. Zivilpersonen werden in ihren Häusern, in Schulen und Krankenhäusern sowie an Orten getroffen, an denen Vertriebene Schutz suchen. Die Folgen dieser Angriffe lassen sich nicht allein an der Zahl der Getöteten und Verletzten messen, sondern ebenso an zerstörter Infrastruktur, verlorenen Dienstleistungen und langfristigen Beeinträchtigungen des täglichen Lebens. (…)

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In den ersten sechs Monaten 2026 wurden mindestens 1.120 zivile Todesfälle durch Drohnenangriffe dokumentiert. Das entsprach rund 80 Prozent aller zivilen Todesfälle, die das UN-Menschenrechtsbüro in diesem Zeitraum im Sudan erfassen konnte. Die Angriffe treffen dabei auf eine Bevölkerung, deren Lebensgrundlagen durch mehr als drei Jahre Krieg bereits massiv geschwächt sind. Mehr als 8,9 Millionen Menschen waren im Frühjahr 2026 weiterhin vertrieben, während fast 19,5 Millionen unter akuter Ernährungsunsicherheit leiden. Zudem sind 37 Prozent der Gesundheitseinrichtungen nicht funktionsfähig; seit Beginn des Krieges wurden 217 Angriffe auf die Gesundheitsversorgung verifiziert. Darüber hinaus wurden zwischen Januar und September 2026 landesweit mehr als 400 Kinder getötet oder verletzt gemeldet, während 12,7 Millionen Menschen von geschlechtsspezifischer Gewalt bedroht sind. Insbesondere Frauen und Mädchen sind dabei Gewalt und Ausbeutung ausgesetzt, während konfliktbezogene sexualisierte Gewalt in alarmierendem Ausmaß gemeldet wird.

Auf Grundlage der gesammelten Beweise sieht die Untersuchungskommission hinreichende Gründe für die Annahme, dass sowohl die sudanesischen Streitkräfte als auch die RSF schwere Verstöße gegen die Menschenrechte und das humanitäre Völkerrecht begangen haben, die Kriegsverbrechen darstellen könnten. Othman betonte, dass die Rechenschaft die gesamte Verantwortungskette erfassen müsse, darunter diejenigen, die internationale Verbrechen begehen, anordnen, finanzieren, mit Material versorgen oder anderweitig ermöglichen. Die stellvertretende UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Awa Dabo, forderte entsprechend, Waffentransfers an die Konfliktparteien zu beenden, wenn die gelieferten Waffen unter offenkundiger Missachtung der Verpflichtung zum Schutz von Zivilpersonen eingesetzt werden. (…)

Die Internationale Liga für Menschenrechte fordert deshalb einen wirksamen Schutz der Zivilbevölkerung, ungehinderten Zugang zu humanitärer Hilfe und ein Ende jener militärischen Unterstützung, unter anderem durch die Vereinigten Arabischen Emirate, die weitere Angriffe auf Zivilpersonen ermöglicht. Die unabhängige Untersuchungskommission muss ihr Mandat fortführen und über ausreichende Mittel verfügen, um Verstöße zu dokumentieren, Beweise zu sichern und Verantwortliche zu identifizieren. Die im Menschenrechtsrat festgestellten Verbrechen dürfen nicht ohne Konsequenzen bleiben.

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Erschienen in der Ausgabe vom 20.10.2026, Seite 3, Abgeschrieben

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